atelier der designer peter schmidt und christian von der heide

Designer Peter Schmidt

Peter Schmidt ist Gestalter, eigentlich aber vielmehr ein Künstler der Kommunikation. Visuelle Kommunikation bedeutet für Peter Schmidt, Inhalte optisch darzustellen, d.h. dem Wesen der Dinge Gestalt zu verleihen und durch Gestaltung Beziehungen zu stiften. Seine Aufgabe als Designer sieht er darin, eine Idee ästhetisch zu vermitteln und ein emotionales Band zwischen Mensch und Umfeld zu schaffen.

Intuition und Mut sind für Peter Schmidt Voraussetzung guten Designs. Genauso sind sie Konstanten seiner Persönlichkeit.

Peter Schmidt wollte immer gestalten. Untrennbar verbunden mit seinen Erinnerungen an seine Jugend ist der Eindruck, den die Aufführung von Wagners Götterdämmerung auf den damals 13-Jährigen hinterließ. Diese Impression entflammte nicht nur seine lebenslange Liebe zum Theater – er entschied sich auch, einen künstlerischen Beruf zu ergreifen.

Sein Weg zum international anerkannten und vielfach prämierten Packungsgestalter lässt sich mit denselben Worten beschreiben wie die Formensprache seines Designs: gradlinig, konsequent und mutig.

Disziplin lehrte ihn die Lehre zum Lithographen, kunsthistorische Allgemeinbildung die Ausbildung an der Kasseler Werkkunstschule. Seine Abschlussarbeit war der Entwurf eines Parfumflakons.

Mit Mitte zwanzig kam Peter Schmidt nach Hamburg. Zunächst arbeitete er für die Werbeabteilung von Schwarzkopf, wechselte aber bald auf die Agenturseite und wurde Kreativdirektor in der Agentur Verclas & Böltz. Eine Zeit, in der er mit der Gestaltung von Anzeigen und Plakaten betraut war. Und eine Zeit, in der er den Entschluss fasste, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen und ihn 1972 in die Tat umsetzte. Denn seine Leidenschaft am Gestalten von Verpackungen war geweckt.

Der internationale Durchbruch der Peter Schmidt Studios gelang mit der Logoentwicklung und der Gestaltung eines Parfumflakons für Jil Sander, der heute im Metropolitan Museum for Modern Art in New York ausgestellt ist. Danach gaben sich die großen Auftraggeber die Klinke in die Hand: Ob Villeroy & Boch, Grohe oder Hugo Boss – die Referenzliste des Designstudios von Peter Schmidt wuchs beständig.

Peter Schmidt zeichnete nicht nur für das Packaging und Corporate Design zahlreicher Luxus- und Lifestyle-Marken wie Jil Sander, Strenesse, Joop oder Davidoff verantwortlich, sondern auch für das neue Design bedeutender Unternehmen wie Bertelsmann oder Institutionen wie die Bundeswehr.
Darüber hinaus gestaltete er Bücher (z.B. für André Heller und John Neumeier) sowie Magazine (Harper’s Bazar, Architektur & Wohnen), wofür er mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichnet wurde, u.a. mit der Goldmedaille des Art Directors’ Club.
Peter Schmidt entwarf nicht nur das Logo für seine Heimatstadt Bayreuth und seine Wahlheimat Hamburg, sondern auch für die Münchener Philharmoniker, die Bamberger Symphoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.
1994 entwarf Peter Schmidt das Bühnenbild und die Kostüme für Zwischenräume, ein Ballett von John Neumeier zur Neunten Sinfonie von Gustav Mahler (Hamburgische Staatsoper).
Für das Millenniumskonzert Sieben Horizonte in der Hamburger Musikhalle (Leitung: Christoph Eschenbach) übernahm er die Gesamtausstattung.
2001 gründete Peter Schmidt mit dem Dirigenten Wilhelm Keitel ein eigenes Festival in Bayreuth: Canto Bayreuth. Als künstlerischer Leiter entwirft Peter Schmidt für die Opernproduktionen sowohl Bühnenausstattung als auch Kostüme. Für Canto Bayreuth inszenierte das Melodram Orfeo & Eurydice des russischen Komponisten Fomin.
Im Frühjahr 2003 arbeitete er zum ersten Mal an einem Sprechtheater: Für Das Urteil von Nürnberg (Abby Mann) am Ernst Deutsch Theater in Hamburg entwarf er Bühnenbild und Kostüme. Zwei weitere Produktionen sind in Vorbereitung.
Im Dezember 2003 gestaltete Peter Schmidt die Bühne für John Neumeiers Ballett Der Tod in Venedig an der Hamburgischen Staatsoper und entwarf zusammen mit dem Choreographen die Kostüme.
Für die Ausstellung Viermal Leben. Jüdisches Schicksal in Blankenese (Hamburg, Frühjahr 2004) übernahm er die gesamte künstlerische Gestaltung.

Peter Schmidt ist niemand, der sich auf Erfolgen ausruht, und trotz unterschiedlichster kreativer Betätigungsfelder ist sein Schaffensdrang ungebremst. Neugier und Kreativität führen ihn zu immer neuen Projekten.

1998 erweiterte er die Geschäftsfelder seiner Studios um den Bereich Architektur. Mit Erfolg: Kunden wie Grohe oder ByWa ließen sich sofort architektonisch betreuen.
Seit 2002 leitet Peter Schmidt den neuen Innenausbau der Hamburgischen Staatsoper.
Seine besondere Nähe und Verbundenheit zu Japan zeigt sich mittlerweile auch in seiner beruflichen Tätigkeit: Er übernahm die komplette Design-Ausstattung für das japanische Unternehmen Juchheim. Denn Peter Schmidt, der begeistert japanische Kunst sammelt und Tai-Chi praktiziert, verbindet mit der asiatischen Kultur nicht nur eine ganz besondere Leidenschaft – sie ist für ihn auch eine bedeutende Inspirationsquelle.

Geistige Flexibilität ist die Voraussetzung für Peter Schmidts Kreativität. Er nennt es ein großes Glück, sich aufgrund seines Berufs ständig im Spannungsfeld von Kulturen und Ländern bewegen und neue Menschen kennen lernen zu können – ob Unternehmer, Manager, Musiker, Regisseure, Choreographen, Tänzer, Schauspieler oder Dirigenten.
Die unterschiedlichen Perspektiven und Gedanken inspirieren ihn.
Eine Zusammenarbeit ohne Kommunikation, d.h. Gestalten ohne Gespräche, wäre für ihn unvorstellbar und sinnlos. Für Peter Schmidt schließen Freundschaft und Geschäft einander nicht aus. Im Gegenteil: Zahlreiche seiner Kunden, die mit ihm groß geworden sind, betreut er seit Jahren.

Design als visuelle Kommunikation nimmt Peter Schmidt genauso ernst wie zwischenmenschliche Kommunikation. Er ist überzeugt davon, dass sich eine neue Erscheinung im Unternehmen auch nach innen auswirkt, dass Gestaltung immer eine bestimmte Beziehung zwischen Materie und Mensch schafft. Die Verantwortung für die soziale Dimension des Designs charakterisiert auch sein Ethos. Peter Schmidt setzt sich aufs Entschiedenste für ein ökologisches Bewusstsein im Design ein. Sein Engagement für junge Menschen zeigt sich u.a. an seiner Mitwirkung bei Step 21, einer Initiative für Toleranz an Deutschlands Schulen. Dafür entwarf er das komplette Gestaltungskonzept.
Zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Bayreuth-Medaille in Silber (1995) und das Bundesverdienstkreuz (2000), würdigen sein kulturelles und gesellschaftliches Engagement.

„Allein kann heute keiner mehr überzeugende Lösungen finden.“
Dieser Satz charakterisiert auch seine Arbeitsweise. Kennzeichnend für seine Designlaufbahn ist eine tiefe Verbundenheit mit Menschen. Peter Schmidt sucht das Gegenüber. Publikum inspiriert ihn; er braucht den direkten Dialog. „Dieser Austausch macht mein Leben aus“, betont er. Ein Leben im Spannungsfeld zweier Leitmotive: Perfektion und Leidenschaft.

1937 geboren in Bayreuth
1958 Abschluss an der Werkkunstschule Kassel
1972 Gründung der Peter Schmidt Studios
1994 Gestaltung des ersten Bühnenbildes für ein Ballett von John Neumeier nach der 9. Sinfonie von Gustav Mahler
1997/98 Ausstellung „Poesie des Alltags – Design von Peter Schmidt“ im Museum für Kunst und Gewerbe (Hamburg) sowie im Bayreuther Rathaus 2001 Gründung des Canto Bayreuth-Festivals gemeinsam mit dem Dirigenten Wilhelm Keitel
2002 Umfirmierung zur Peter Schmidt Group; Partnerschaft mit Dr. Alexander Buck, weiterhin unter Beteiligung der BBDO Germany
2003 seit September Gesellschafter der SKV-Arzberg-Porzellan GmbH
Frühjahr: Bühne und Kostüme für Das Urteil von Nürnberg am Ernst Deutsch Theater in Hamburg
Dezember: Ausstattung für John Neumeiers Ballett Der Tod in Venedig an der Hamburgischen Staatsoper

Referenzen (Auswahl) Villeroy & Boch, Reemtsma, Wella, Coty, Beiersdorf, Kraft Foods, Becks, Procter & Gamble, Hugo Boss, Joop, Davidoff, Strenesse, Gucci, Estée Lauder, Hachez, Triumph, Apollinaris, Lufthansa oder Germanwings, Bertelsmann, Bundeswehr, Architektur & Wohnen, Harper´s Bazar, Feinschmecker, BayWa, Grohe, Toni Gard, Hildegard Braukmann, Hotel Nassauer Hof, Juchheim, Stadt Bayreuth, Stadt Hamburg, Universität Hamburg, Hamburger Völkerkundemuseum, Münchener Philharmoniker, Bamberger Symphoniker, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Bayerischer Rundfunk, Universitätsklinik Charité Berlin, Hamburg Ballett, Hamburgische Staatsoper, Ernst Deutsch Theater Hamburg.

Christian von der Heide

Christian von der Heide, geboren 1979 in Hamburg, studierte zunächst an der JAK Mode Design um dann als Assistenz bei Peter Schmidt die ersten Schritte als Gestalter zu machen. Schnell erkannte Peter Schmidt dessen Talent und schon bald entwickelte Christian von der Heide in Zusammenarbeit mit Heidrun Angerer und Colette Baeker selbständig Verpackungen und Corporate Designs. Nach einer Phase mit freier Mitarbeit für verschiedene Agenturen - unter anderm Lutz Herrmann Design und Studio Elfenbein, kam er 2008 zurück zu Peter Schmidt um mit ihm partnerschaftlich zusammenzuarbeiten.

REFERENZEN › AMECKE FRUCHTSAFT / BAYERISCHER RUNDFUNK SINFONIEORCHESTER / BAMBERGER SYMPHONIKER / BAYWA AG
BAT / BERTELSMANN / BRÜGGEN / COCA-COLA-COMPANY / COTY / EICKHOFF / ERNST DEUTSCH THEATER / GROHE
GRUNER+JAHR / HADI TEHERANI / HEK / IMPERIAL TOBACCO / ITC WILLS / JOOP! / LINDE / MÄURER & WIRTZ
MERZ CONSUMER CARE / MICHAEL MÜLLER / NIEDEREGGER / NINA HEINE PR + KOMMUNIKATION / PARK AVENUE / REEMTSMA
SCHOTT / SCHWARZKOPF & HENKEL / SCHWARZKOPF PROFESSIONAL / STEP 21 / STILCKEN GOETTGES + PARTNERS
STOLLWERCK / VELTINS BRAUEREI / VIVIL / WESTHOFF KAFFEE / WOHNUNGSWERFT HAMBURG

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